Matrixorganisation

Die Matrixorganisation oder Matrix Organization ist eine Organisationsmöglichkeit in einem Unternehmen, in der Kompetenzen festgelegt werden, um Abläufe in einem Unternehmen oder einer Abteilung zu leiten.

Eine Matrixorganisation verbindet zwei Organisationsmöglichkeiten miteinander. Es handelt sich um eine Mehrlinienorganisation, bei der ein Mitarbeiter mehreren Leitern gleichzeitig unterstellt ist. So ist er an Weisungen des Projektmanagers sowie an Weisungen des Abteilungsleiters gebunden. In der Regel wird eine Verrichtungsmatrix (z.B. Produktion) mit einer Objektmatrix verbunden (z.B. Produktgruppe).

Es wird somit nach zwei Kriterien simultan gegliedert. Man spricht in der Praxis auch von einer Verrichtungs-Objekt-Matrix. Durch die Überschneidung der Entscheidungskompetenzen und Weisungsbefugnisse entstehen höherer Kommunikationsaufwand sowie unklare Verantwortlichkeiten und Kompetenzen, da Mitarbeiter zwei Leitern bzw. Managern unterstellt sind.

Vorteilhaft sind jedoch die Flexibilität der Mitarbeiter, sowie die Innovationsfähigkeit im Rahmen einer solchen Organisationsstruktur. Das Problem– und Konfliktlösungspotenzial ist aufgrund der doppelten Weisungsgebundenheit deutlich höher, als wenn lediglich eine Verrichtungsmatrix vorliegt. Durch Gruppenarbeit an verschiedenen Projekten kann der Projektfortschritt vorangetrieben werden.

Sowohl Abteilungsleiter als auch Projektmanager sind jedoch in der Lage Prioritäten zu vergeben. Sie haben das Projekt zu gestalten und müssen die Projektmitarbeiter einteilen und ihnen Aufgaben zuweisen. Durch die doppelte Weisungsgebundenheit werden erhöhte Anforderungen an die jeweiligen Mitarbeiter gestellt. Entscheidungsprozesse können sich durch unklare Aufgabenverteilung sowie gestörte Kommunikation unnötig verzögern.
Da sowohl Projektleiter als auch Abteilungsleiter bei einer Matrixorganisation Entscheidungskompetenzen besitzen, können sich Entscheidungen überschneiden. Es erfordert demnach eine zusätzliche Absprache, die mit einem hohen Zeitaufwand und ggf. höheren Kosten verbunden ist.

Es handelt sich bei der Matrixorganisation somit um eine Verrichtungs-Objekt-Matrix, die flexibel und innovativ auf Problemstellungen reagiert, aber das Problem der doppelten Weisungsgebundenheit und Entscheidungskompetenz aufweist.

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Armin Fuhrmann 14. Oktober 2009 um 11:35 Uhr

Weitere Vorteile der Matrixorganisation:

– Produktionsfluss wird nicht unterbrochen (Kapazitätenausgleich zwischen Projekt- und Tagesgeschäft)

– das fachliche und soziale Heimatnetzwerk der Facharbeiter bleibt bestehen

– keine Söldnermentalität entsteht

– unterstützt den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) da ein Kompetenz-, Kreativitäts- und Innovationspool entsteht

-Konstruktives voneinander Lernen/ Know-How aus mehreren Bereichen verbündet sich

Schwächen der Matrixorganisation:

– in dem Maße, wie die Fachkräfte als Projektleiter fungieren, stehen sie der Fachabteilung nicht zur Verfügung

– Erfolge bzw. Misserfolge können erst spät einzelnen Personen zugerechnet werden. Dies kann sich negativ auf die Motivation auswirken

Anmerkung: Mit der Einplanung lassen sich im frühen Vorfeld Kapazitätsengpässe gut erkennen und im Vorhinein eine Reihe von Maßnahmen ergreifen um „Diener zweier (mehrerer) Herren“ und Ressourcenkonflikte entschärfen oder im idealsten Fall gänzlich vermeiden.