Magisches Dreieck

Von einem Magischen Dreieck (englisch: „triple constraint“) spricht man in der Wirtschaft und im speziellen beim Projektmanagement immer dann, wenn es genau drei verschieden ausgeprägte Anforderungsebenen gibt, die für das Endergebnis bestimmend sind und welche miteinander in direkter Konkurrenz stehen, da sie die selben Ressourcen verbrauchen.

Ein klassisches Magisches Dreieck, das häufig in der Praxis vorkommt, wird durch die folgenden drei Parameter an seinen Ecken repräsentiert: Zeit – Geld – Projektumfang. Zieht man an einer Ecke dieses Dreiecks an, verschiebt sich das Verhältnis der Seiten entsprechend zueinander. Beispielsweise kann man die Qualität eines neuen Produktes dadurch steigern, dass man mehr Zeit in seine Entwicklung investiert. Dies hat aber zwangsläufig auch einen Anstieg der Entwicklungskosten zur Folge.

Gerade bei grossen Projekten, wie beispielsweise dem Bau einer Brücke, stellt es eine der Hauptaufgaben für das Projektmanagement dar, die Anforderungen eines anderen Magischen Dreiecks, das sich durch die drei Dimensionen Material – Geld – Qualität aufspannt, in ein vernünftiges und ausgewogenes Gleichgewicht zu bringen. Bereits während der ersten Planungen muss dabei die Qualität (mindestens geforderte Belastbarkeit, Spannweite, Lebensdauer etc.) des zukünftigen Bauwerks, etwa anhand der Erstellung eines Pflichtenheftes, definiert werden. Um diese Qualität sicherstellen zu können, muss die Brücke entsprechend dimensioniert sein, das heisst es müssen bestimmte Mengen von Material in der richtigen Statik verbaut werden. Durch eine generelle Überdimensionierung des Bauwerks, d. h. man würde es einfach grösser als unbedingt nötig bauen, könnte man zwar alle qualitativen Anforderungen problemlos gewährleisten, aber ein gesteigerter Materialverbrauch würde natürlich zu einem enormen Anstieg der Baukosten führen und die Effizienz des Projektmanagements in berechtigte Kritik bringen.

{ 3 Trackbacks }

Was ist ein IT-Projekt? « IT-Projektmanagement
12. Januar 2010 um 23:09 Uhr
GTD ist nicht Projektmanagement! » MacPM.net
9. März 2010 um 21:14 Uhr
Projektmanagement Webdesign | Teil 1: Projektelemente | Social Media Aachen
17. März 2015 um 08:16 Uhr

{ 4 Kommentare… unten lesen oder hinzufügen }

Christian Eggers 10. Februar 2009 um 16:48 Uhr

Hallo,

wurde das magische Dreieck Kosten-Qualität-Zeit von einer Person konzipiert und quasi „erfunden“ oder ist es über die Jahre gewachsen?

Mit freundlichen Grüßen

Christian Eggers

Tom 10. Februar 2009 um 21:47 Uhr

Hallo Christian,

ich habe keine Informationen, dass das Konzept des magischen Dreiecks von einer Person ins Leben gerufen wurde. Meine Vermutung ist, dass das Konzept snicht explizit erfunden wurde, sondern das Ergebnis von Erfahrungen ist, die jeder Projektmanager macht, ohne dass er sie benennen kann.

Interessanterweise ist der deutsche Begriff keine Übersetzung des englischen Begriffs „Triple Constraints“, irgendjemand wird hier in Deutschland also kreativ gewesen sein 🙂

Eine interessante Alternative zum magischen Dreieck ist das Teufelsquadrat, das ich schon immer mal visualisieren wollte, aber meine Flash-Kenntnisse reichen dafür nicht aus.

Beste Grüße,

Tom

Helge 12. August 2010 um 10:55 Uhr

Harry Sneed, der „Erfinder“ des Teufelsquadrats stellt das „magische Dreieck“ in seinem Buch Software-Projektkalkulation als „Eisernes Dreieck von IBM“ vor.

http://books.google.com/books?id=SARr0gjaVSAC&lpg=PA38&vq=teufelsquadrat&hl=de&pg=PA37#v=onepage&q&f=false

Ilja 30. August 2010 um 12:19 Uhr

Kosten, Zeit und Qualität sind sicherlich zentrale Bezugsgrössen. Dennoch ist das Dreieck ein Viereck, denn Funktionalität – oder Lieferumfang – ist keine Konstante sondern ebenfalls justierbar. Dadurch kommt es im Spannungfeld von vier Grössen zu potentiellen Ressourcenkonflikten die es zu lösen gilt.