Puffer
Puffer sind im Projektmanagement ein besonders wichtiges Werkzeug: Jeder erfahrene Projektmanager kann ein Lied davon singen, dass Prozesse nie exakt wie im Lehrbuch ablaufen. Es gibt nun einmal Dinge, die man nie eindeutig vorhersehen kann: Lieferschwierigkeiten, widrige Bedingungen, Gesetzesänderungen oder schlichtweg menschliches Versagen. Alle Menschen machen Fehler, aber ein guter Projektmanager sorgt dafür, dass die Fehler da bleiben, wo sie hingehören: Hinter den Kulissen.
Ein Puffer ist ein Spielraum für außerplanmäßige Situationen. Ein Puffer haben bedeutet, mehr Zeit oder mehr Geld zu haben, oder auch schnellen Zugriff auf fachlich versierte Reservisten in schwierigen Projektphasen.
Im Projektmanagement kann man Puffer, sowohl finanzielle als auch zeitliche, entweder dem ganzen Projekt zuordnen, oder – sinnvoller – einzelnen Projektphasen. In der Projektkalkulation wird man indes selten den begriff „Puffer“ finden. Stattdessen werden plausibel klingende Posten eingefügt, die keiner weiteren Erläuterung bedürfen und Freiraum schaffen. Anders als bei zeitlichen und finanziellen Puffern bewegt man sich bei den qualitativen Puffern auf sensiblem Terrain. Ist zum Beispiel ein Auftraggeber unzufrieden und fordert Nachbesserungen, akzeptiert er in der Regel ungern einen finanziellen Mehraufwand auf seiner Seite. Anstatt als Auftragnehmer zu argumentieren und darauf zu beharren, dass das Produkt dem vereinbarten Ergebnis genügt, während man intern bereits gedanklich und praktisch mit dem nächsten Projekt befasst ist, hat ein gutes Projektmanagement schon etwas für diesen Fall auf Lager. Noch während des Prozesses auf ein 110%iges Ergebnis hinzuarbeiten und „nur“ das 100%ige zu präsentieren, ist dabei eine absolut legitime Vorgehensweise. Der Auftraggeber wird zufrieden mit der schnellen Nachlieferung sein und wird von einer zukünftigen Zusammenarbeit nicht abgeschreckt. Ein gutes Projektmanagement hat immer noch einen kleinen Trumpf im Ärmel.
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