Kooperation zwischen PMI und IPMA

von Tom am 4. Februar 2010

Das PMI (Project Management Institute) mit Sitz in den USA und die IPMA (International Project Management Association) mit Sitz in der Schweiz sind die beiden Institutionen, die die Projektmanagement-Fahne hochhalten. Beide haben dasselbe Ziel: Allgemein anerkannte Zertifikate für Projektmanager. Bis heute hält sich das Problem, dass Menschen, die sich durch bestimmte Qualifikationen auszeichnen ebenso Projektmanager oder Projektleiter genannt werden, wie Menschen ohne die entsprechenden Qualifikationen. „Projektmanager“ oder „Projektleiter“ sind keine geschützten Berufsbezeichnungen, und an diesem Punkt kommen PMI und IPMA ins Spiel. Sie bieten wirklich qualifizierten Projektmanagern durch allgemein anerkannte Zertifikate einen entsprechenden Nachweis, mit dem sich diese von anderen abheben können. Gleichzeitig ist die Frage, ob man sich dem PMI oder der IPMA anschließt, fast die Frage, welche Konfession man hätte; nicht selten wurde zum Beispiel in der GPM, dem deutschen Ableger der IPMA, über das PMI wenig nette Worte verloren.

Nun haben das PMI und die IPMA beschlossen zu kollaborieren und den Beruf des Projektmanagers weltweit gemeinsam zu fördern und haben dazu bereits im Oktober 2008 beim PMI Global Congress 2008 in Denver (Colorado, USA) entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet. Leerstellen in diesem Berufsfeld sollen von nun an gemeinsam durch qualifizierte und ausgebildete Projektleiter besetzt werden. Danach gab es auch eine entsprechende Vertragsunterzeichnung beim IPMA World Congress in Rom. Ein erstes Ergebnis ist wahrscheinlich die gegenseitige Anerkennung bestimmter Zertifizierungen (PMP = Level C).

Ende 2016, so wird seitens PMI befürchtet, werden etwa 4,5 Billionen US-Dollar auf dem Spiel stehen aufgrund eines Engpasses an qualifizierten Projektmanagern. Dies mit entsprechenden Maßnahmen zu verhindern ist das gemeinsam gesteckte Ziel von PMI und IPMA. Dazu gehört unter anderem der Ausbau der universitären Programme weltweit, viel mehr Universitäten sollen Projektmanagement als Studienfach anbieten.
Desweitern sollen in der Zukunft Möglichkeiten gefunden werden, gemeinsam Forschung zu betreiben und zu unterstützen, um sich dann zusammen über die Forschungsergebnisse Gedanken zu machen. Die Vereinbarung wurde zunächst einmal für drei Jahre getroffen.

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5. Februar 2010 um 09:01 Uhr
schlossBlog » #322 PM Zertifizierungen (2)
6. Februar 2010 um 21:52 Uhr

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Olaf Hinz 5. Februar 2010 um 12:38 Uhr

Fundiertes Wissen ist die notwendige Bedingung für erfolgreiches Projektmanagement. Hinzu kommen muss aber noch die hinreichende Bedingung, die Kompetenz für Führung im Projekt – und da können die beiden „Großen“ noch nachlegen, denke ich…
olafhinz.blogspot.com/2009/08/warum-projekte-anders-laufen.html

Projektmanager 2. März 2010 um 22:23 Uhr

Ich denke es ist zweitrangig ob die Zertifizierungen anerkannt werden, sie sind immerhin auch sehr unterschiedlich. Wichtig wäre, dass gemeinsam mehr in die Qualität von Projektmanagement investiert wird, in vielen Projekten gibt es nicht mal einen Projektstrukturplan (PSP).

Jens von Gersdorff 29. Juli 2010 um 23:18 Uhr

🙁
Ich habe in den letzten soviele PMI (ich halte viel von der Methodik) zertifizierte PMPs getroffen, die weder die vorgeschriebenen Stunden noch das nötige Verständbis für PM hatten, dass es keine Rolle Spielt mit wem das PMI kooperiert um den Wert (oder Umsatz durch Zertifizierungen) zu steigern.
Alles Schwindel! Ein echter PM braucht kein Zertifikat: Er braucht Soft- und Hardskills, Verständnis und Kreativität.
Ich will sehen, wie man das zertifizieren kann…
Es braucht mewhr denn ein „Zerti“ um PM zu sein …
Schade, das Ihr sowas schreibt …
JvG

Tom 3. August 2010 um 10:13 Uhr

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