Projektmanagement-Software News: InLoox 10

von Linh am 16. November 2018

Der Software-Hersteller InLoox hat seine Projektmanagement-Lösung in einer neuen Version auf den Markt gebracht, um Unternehmen den Weg zur Digitalisierung zu erleichtern. Ziel von InLoox 10 ist es, dass die Anwender angesichts eines dynamischeren, komplexer werdenden Arbeitsumfeldes eine flexible, mobile und stärker integrierte Lösung nutzen können, um ihre Produkte oder Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen. Als wichtigste Neuheiten von InLoox gelten die Offline-Verfügbarkeit, das verbesserte Dokumentenmanagement sowie eine tiefere Integration in die Microsoft-Welt. Ein Vorteil besteht darin, dass sich nun auch von unterwegs Aufgaben, Projektdaten und Statusübersichten zuverlässig abrufen und bearbeiten lassen, weil sich erstmals beide Produkte, InLoox now! und InLoox PM, auch offline einsetzen lassen. Somit sind die Anwender flexibler, weil sie nun an Orten ohne Internetverbindung oder Datenbankanbindung produktiv arbeiten können. Zu den weiteren neuen Funktionen zählen die Anbindung an SharePoint Online und OneDrive for Business. Durch diese Integration ist das Dokumentenmanagement komfortabler, da sich die Dokumentenstruktur in InLoox abbilden lässt und sich Dokumente nun direkt in der InLoox Web App bearbeiten lassen. Etliche Funktionen für mehr Bedienkomfort und eine effektive Zusammenarbeit runden die Palette an Neuerungen bei InLoox 10 ab.

„Mit InLoox 10 haben wir die aktuellen Wünsche unserer Kunden in einer Lösung zusammengebracht, um deren Mitarbeiter in einer zunehmend digitalisierten Welt einfacher, schneller und komfortabler arbeiten zu lassen“, sagt InLoox Geschäftsführer Dr. Andreas Tremel. „Dazu gehört einerseits, von jedem beliebigen Ort aus flexibel und zugleich vernetzt zusammenarbeiten zu können. Andererseits ist für die Anwender wichtig, dies auf Basis einer Plattform wie Microsoft und mit einer einzigen Lösung zu erledigen, die tief in die Plattform integriert sowie zugleich eng mit anderen Microsoft-Anwendungen vernetzt ist.“

Stets von jedem Ort aus auf Projektdaten zugreifen

Mit der neuen Offline-Verfügbarkeit können Anwender unabhängig von der Qualität der Internetverbindung in ihren Projekten arbeiten. Sobald InLoox wieder eine Verbindung zur betreffenden InLoox PM-Datenbank beziehungsweise zur InLoox now!-Cloud hergestellt hat, werden die Daten aktualisiert. Bei der automatischen Synchronisierung der Daten wird die jeweils letzte Änderung als aktueller Datensatz gespeichert.

Ein-Kick-Leiste – E-Mails in Projekte verbuchen

Über die Schnellverbuchungs-Funktion können Anwender ihre Outlook-E-Mails nun sofort in ihren Projekten als Aufgabe oder Dokument ablegen oder eine E-Mail als Projekt anlegen. Da sich so der Posteingang schneller durcharbeiten lässt, kommt man dem Ziel eines aufgeräumten Posteingangs einen Schritt näher.

InLoox 10: Schnellverbuchung / Ein-Klick-Leiste

Darüber hinaus können sich Nutzer eines Office 365-Kontos mit derselben Authentifizierung bei InLoox anmelden. Dies spart den Anwendern Zeit und ermöglicht ihnen, InLoox sowie ihre anderen Microsoft-Programme kombiniert und vernetzt zu nutzen.

SharePoint- und OneDrive-Anbindung

Aufgrund der Anbindung von InLoox anSharePoint 2016, SharePoint Online und OneDrive for Business können die Anwender mit ihrer gewohnten Dokumentenstruktur nun direkt in InLoox arbeiten. Sobald Dokumente oder Ordner aktualisiert werden, synchronisiert InLoox die Anwendungen. Damit sind Projektdokumente stets in der aktuellen Version verfügbar.

Dokumente direkt in InLoox Web App bearbeiten

InLoox 10: Web App - Dokumente direkt im Browser bearbeiten

Dokumente lassen sich ab sofort direkt in InLoox Web App bearbeiten, ohne zuvor heruntergeladen, bearbeitet und später wieder hochgeladen werden zu müssen. Mit InLoox  Web App können die Anwender, etwa Projektleiter, das Dokument einfach online im Browser öffnen, es bearbeiten und speichern. Anschließend kann das gesamte Team mit dem aktualisierten Dokument weiter arbeiten. Zudem sparen sich alle Projektmitarbeiter die aufwendige Suche nach der richtigen Version.

Als weitere verbesserte Funktionen im Dokumentenmanagement lassen sich nun Dokumente mit Budgets und Budgetpositionen verknüpfen, um Prozesse wie etwa die Buchhaltung zu beschleunigen. Außerdem können nun Internetlinks im Dokumentenbereich eines bestimmten Projektes hinterlegt werden, die in InLoox als navigierbare Vorschau angezeigt werden.

Komfortabler, produktiver, effektiver zusammenarbeiten

Schließlich ist InLoox 10 mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet, um die Anwenderfreundlichkeit und Produktivität weiter zu steigern. Dazu zählen unter anderem zusätzliche Filteroptionen in Tabellenansichten, die das Erstellen von individuellen Ansichten erleichtern. Per Mehrfachauswahl können nun mehrere Aufgaben gleichzeitig einer Projektplanung hinzugefügt werden. Über eine neue Suche-Funktion im Dialogfenster lassen sich schnell der richtige Kunde für die Projektzuordnung oder das korrekte Dokument für eine Aufgabe finden. Im Kanban-Board des Projektes lässt sich nun sofort erkennen, wie hoch der geschätzte Aufwand der Aufgaben einer Spalte ist. Ferner können die Anwender eigene Felder erstellen, indem sie eine Regel in den Optionen festlegen.

InLoox 10 für Outlook: Projektplan

Flexible Zusammenarbeit unterwegs mit der InLoox Mobile App

InLoox hat seine Mobile App für iOS und Android auf den in einer neu entwickelten Version auf den Markt gebracht. Die InLoox Mobile App richtet sich an Mitarbeiter in Unternehmen, die Aufgaben von unterwegs mit dem jeweils verfügbaren Gerät in ihrer InLoox-Lösung umfassend erledigen wollen.

InLoox 10: InLoox Mobile App für iOS und Android

„In der heutigen digitalisierten Arbeitswelt bedeutet Flexibilität für Unternehmen nicht nur, zwischen den Projektmanagement-Methoden agil oder klassisch und zwischen Datenhosting On-Premise oder in der Cloud wählen zu können, sondern sie bezieht sich auch auf die Auswahl der Geräte“, sagt InLoox-Geschäftsführer Dr. Andreas Tremel. „Mit der InLoox Mobile App können Projektmitarbeiter von ihrem Smartphone aus auf die Projektdatenbank ihres Teams zugreifen und haben dadurch stets und überall die Projektdaten in Echtzeit zur Hand.“

Die Mobile App zeichnet sich dadurch aus, dass Anwender damit stets und überall arbeiten können – egal ob sie online oder offline sind. Sobald die Mobile App wieder mit dem InLoox PM Server oder der InLoox now! Cloud verbunden ist, werden die Daten synchronisiert.

Effektive und effiziente Zusammenarbeit

Geeignet ist die InLoox Mobile App vor allem für Personen, die viel unterwegs sind und sich dadurch nicht regelmäßig persönlich mit ihren Kollegen austauschen können. Die Aktualisierung von Aufgaben, Rückmeldung zu Dokumenten oder das Erfassen und Verbuchen von Arbeitszeit lässt sich von unterwegs erledigen. Dabei werden die Daten automatisch für die Projektmitarbeiter im Büro und die anderen mobilen Kollegen aktualisiert. So müssen Projektinformationen nicht nachträglich dokumentiert zu werden.

Mit der InLoox Mobile App haben die Anwender einen vollen Zugriff auf ihre Projekte und Aufgaben. Sie können Dokumente hochladen und Aufgaben zuordnen, sowie ihre Arbeitszeiten erfassen und für Projektaufgaben verbuchen. Die projektübergreifende Aufgabenübersicht gliedert sich in drei Rubriken. Während in Meine Aufgaben heute die eigenen, heute fälligen Aufgaben des jeweiligen Anwenders aufgeführt sind, so finden sich in „Meine Aufgaben“ die Aufgaben aus allen Projekten und in Alle Aufgaben sämtliche Aufgaben der Teammitgliedern aus den Projekten, in denen der Nutzer eine Rolle innehat.

Direkter Informationsaustausch

In der Mobile App lassen sich Aufgaben einfach und schnell anlegen, Projekten zuordnen oder anderen Teammitgliedern zuweisen. Wenn Aufgaben als erledigt gekennzeichnet werden, wird dem Team der Arbeitsfortschritt mitgeteilt. Darüber hinaus lassen sich Notizen zu Aufgaben erstellen. Dadurch kann man von unterwegs schnell mit dem Team kontextbezogen kommunizieren, ohne umständlich in E-Mails einen Projekt- und Aufgabenbezug herstellen zu müssen.

Die Projektliste kann nach Favoriten gefiltert werden, und die Nutzer können auch neue Projekte anlegen. In den Projekten lassen sich neue Teammitglieder hinzufügen. Ein Burndown-Chart visualisiert die bereits geleistete Arbeit im Projekt. Ein Kreis-Diagramm zeigt die Anzahl der Aufgaben die offen, in Bearbeitung oder bereits abgeschlossen sind an und ein zweites Kreis-Diagramm zeigt den Arbeitsaufwand der offenen, in Bearbeitung stehenden und abgeschlossenen Aufgaben an.

Innerhalb eines Projekts können die Anwender ihre Aufgaben bearbeiten und neue Projektaufgaben erstellen. Dokumente lassen sich im Projekt direkt vom Smartphone aus hochladen. Die Nutzer können Dokumente zum Beispiel aus der iCloud in der InLoox Mobile App ablegen. Außerdem können sie der App erlauben, auf die Kamera zuzugreifen, und so Fotos hochladen und mit Aufgaben verknüpfen. Ferner ist der von InLoox für Outlook gewohnte Weg möglich, E-Mail-Anhänge wie etwa PDFs in Projekten abzulegen. Für die Dokumentation der Arbeitsaufwände kann im Projekt die genaue Arbeitszeit erfasst und einer Aufgabe zugeordnet werden.

Für jedes Einsatzszenario gerüstet

„Der Erfolg im Arbeitsalltag basiert darauf, zuverlässig und von jedem Arbeitsort aus auf wichtige Projektdaten zugreifen zu können, und dies auch von jedem Endgerät aus tun zu können. Zusammen mit InLoox für Outlook und InLoox Web App bieten wir nun mit der InLoox Mobile App das volle Produktspektrum, mit dem unsere Kunden einfach und bequem von allen Arbeitsgeräten in Echt-Zeit ihre Projekte im Griff haben“, sagt Tremel.

Verfügbarkeit und Preis

Die InLoox Mobile App ist kostenfrei und wurde für iOS ab Version 9 und Android ab Version 4.4 (Kitkat) entwickelt. Die InLoox Mobile App ist in den InLoox now! Professional und Enterprise-Editionen integriert. InLoox PM Nutzer können mit dem Universal User die InLoox Mobile App nutzen Hierfür wird der InLoox PM Enterprise Server benötigt, InLoox PM Nutzer mit Workgroup-Server können auf den Enterprise Server upgraden.

 

Interessenten können InLoox 30 Tage kostenlos und in vollem Funktionsumfang testen: https://www.inloox.de/testen/

 

 

 

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Im Rugby ist ein „Scrum“ eine Gruppe von Spielern, die eng zusammenspielen, um die Kontrolle über den Ball zu erlangen. Die Projektmanagement-Methode „Scrum“ bezieht sich auf den Sport, um zu betonen wie wichtig Zusammenarbeit ist, wenn man ein Ziel effektiv erreichen möchte.

Was ist Agile?

Der Fokus vom agilen Projektmanagement liegt auf Flexibilität und der schnellen Anpassung – also das komplette Gegenteil zum traditionellen Projektmanagement, wo jeder Schritt von Anfang an genau in einer Wasserfall-Planung definiert wird. Bei der agilen Projektplanung wird stattdessen iterativ, d.h. Schritt für Schritt, vorgegangen. Ein gutes Praxisbeispiel für agiles Projektmanagement findet man auch in einer anderen Mannschaftssportart: Fußball. Der Fußball-Trainer ist eigentlich ein agiler Projektmanager, denn je nach Situation, muss er schnell handeln und Spieler austauschen oder auch die Spieltaktik ändern. Während jeder Pause halten Spieler und Trainer „Sprint Meetings“ ab. Jedes Spiel hat außerdem genau ein Ziel: der Sieg – wie man den erreicht, ist erst einmal zweitrangig. Weitere anschauliche Praxisbeispiele finden Sie im sehr ausführlichen Blogbeitrag zum agilen Projektmanagement von Capterra.

Was ist Scrum?

Die Scrum-Methode ist eine agile Projektmanagement-Methode und wurde entwickelt, damit Porduktteams effektiver zusammenarbeiten können. Das Hauptmerkmal von Scrum ist, dass es ein einfaches Framework ist, das Teams hilft bei komplexen Projekten besser zusammenzuarbeiten. Der Schwerpunkt der Methode liegt auf Zusammenarbeit, Selbstmanagement und -organisation, Flexibilität und Anpassung. Scrum nutzt die Idee der empirischen Prozesskontrolle, d.h. der tatsächlichen Fortschritt wird beobachtet und es wird nicht nur eine Prognose gemacht, um ein Projekt zu planen und zu terminieren. Die Zeitpläne werden in kurze Events, auch „Sprints“ genannt, aufgeteilt, und nach Abschluss eines Sprints werden die abgeschlossenen Aufgaben und Aktivitäten bewertet und das Scrum-Team kann notwendige Änderungen an den Projektzielen vornehmen. Dies hilft, Risiken zu kontrollieren und ihre Berechenbarkeit zu optimieren.

Die Scrum-Methode ist bei Managern und Entwicklern beliebt, weil es ein einfaches Regelwerk hat, welches die Rollen und Verantwortlichkeiten des Scrum-Teams definiert. Es ist sehr effektiv, denn anstatt den Teammitgliedern spezifische Aufgaben zu geben, erhalten sie eine Reihe von Zielen, so dass sie selbst entscheiden und ihre eigene Taktik entwickeln können, wie sie die Ziele am effektivsten erreichen können. Die ständige Fortschrittskontrolle in kurzen Zeitabständen ermöglicht eine schnelle Reaktion auf notwendige Veränderungen und hilft dem Team zu sehen, was es in dieser Zeit bereits erreicht hat.

Wie funktioniert es?

Scrum

Bildquelle: Mountain Goat Software via WikiCommons (Lizenz: CC BY 2.5 – bearbeitet (Text hinzugefügt))

Die Scrum-Methode wurde für Teams zur Bewältigung komplexer Produktentwicklungsaufgaben entwickelt und bietet ihnen ein einfaches Regelwerk zur Bewältigung der Komplexität des Prozesses: die drei Scrum-Rollen und die Scrum-Events (Sprints).

Scrum-Rollen

Product Owner

Product Owner wissen genau, was die Anforderungen und notwendigen Schritte des Entwicklungsprozesses sind (Product Backlog), sie entscheiden, was zu tun ist und stellen dem Entwicklungsteam die Ziele zur Verfügung. Sie sind auch dafür verantwortlich, den Wert des Produkts und den Wert der Arbeit des Teams zu maximieren. Der Product Owner hat die ausschließliche Entscheidungskompetenz, d.h. Änderungen müssen von ihm oder ihr genehmigt werden.

Scrum-Master

Scrum-Master übernehmen nicht die Rolle des „Projektmanagers“, denn im Scrum ist die Idee des Selbstmanagements wichtig. Scrum Master sorgen dafür, dass der gesamte Prozess reibungslos verläuft und helfen, ihn und die Produktivität des Teams zu optimieren und zu verbessern. Dabei ist es ihre Aufgabe alle Hindernisse zu beseitigen, die das Erreichen der spezifischen Sprintziele und des Gesamtziels gefährden könnten.

Team

Ein Team besteht idealerweise aus 3 bis 9 Mitarbeitern mit funktionsübergreifenden Fähigkeiten. Dieser Leitfaden ist wichtig, da weniger als 3 Mitglieder bedeuten, dass es möglicherweise nicht genügend Interaktion gibt und die Mitglieder nicht alle notwendigen Fähigkeiten haben, um den Sprint zu beenden. Zu viele Mitglieder würden zu viel Koordination benötigen, was die Komplexität des Prozesses erhöhen würde. Die Aufgabe des Entwicklungsteams ist es, das Produkt zu bauen und durch Selbstmanagement die Arbeit zu organisieren und abzuschließen und die Ziele der Sprints im vorgegebenen Zeitrahmen zu erreichen.

Scrum-Aktivitäten : Der Sprint

Ein Sprint ist eine Veranstaltung oder ein Projekt mit einer Dauer von nicht mehr als 1 Monat (typischerweise 1 oder 2 Wochen). Der Zeitrahmen ist so spezifisch, um die Komplexität und Risiken gering zu halten. Außerdem ist die Dauer eines begonnenen Sprints festgelegt und kann nicht mehr geändert werden. Am Ende eines jeden Sprints muss ein fertiges Produkt präsentiert werden, d.h. dass man diesen Produktentwurf veröffentlichen könnte. Dies erhöht die Vorhersagbarkeit des Projekts, da nach jedem Sprint der Fortschritt in einem Teammeeting mit dem Product Owner bewertet wird, der dann die nächsten Schritte entsprechend planen und anpassen kann. Ein Sprint besteht aus den folgenden Schritten, die den Produktentstehungsprozess strukturieren:

  • Sprint Planning
  • Daily Scrums
  • Sprint Review
  • Sprint Retrospective
  • Product Backlog Refinement

Lesetipp

In diesem ausführlichen Whitepaper werden die Scrum Grundlagen erklärt: Scrum Grundlagen einfach erklärt

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Annahmen beschreiben Ereignisse, von denen angenommen wird, dass sie während des Projektlebenszyklus auftreten. Diese Annahmen werden am Anfang des Projektes als Wahrheiten akzeptiert, auch wenn keine konkreten Beweise dafür vorliegen und es sich am Ende herausstellen kann, dass sie komplett falsch waren.

Im ersten und zweiten Teil dieser Reihe haben wir uns mit Anordnungsbeziehungen und Randbedingungen befasst. Im dritten und letzten Teil geht es nun um Annahmen. Bei der Projektarbeit gibt es niemals komplette Planungssicherheit, deshalb sind Änderungs- und Risikomanagement so wichtig. Dennoch gibt es Ereignisse und Herausforderungen bei denen man, aufgrund von gemachten Erfahrungen in der Vergangenheit, mit hoher Sicherheit sagen kann, dass sie auftreten werden. Deshalb sollten Projektleiter am Anfang eines jeden Projektes Annahmen über das Projekt machen.

Was sind Projektannahmen?

Eine Projektannahme ist ein Ereignis von dem man annimmt, dass es im Laufe des Projektes auftreten wird. Aber diese Gewissheit basiert nicht auf Fakten, sondern sie basiert auf gemachten Erfahrungen in der Vergangenheit. Ähnlich wie Randbedingungen und Anordnungsbeziehungen, sind Annahmen Faktoren, die der Projektleiter und das Projektteam nicht kontrollieren können. Aber anders als Randbedingungen, welche das Projekt einschränken und gefährden können, eröffnen Annahmen dem Projekt neue Möglichkeiten und ermöglichen es dem Projektteam das Projekt schneller fertigzustellen. Dies unterscheidet Annahmen von Randbedingungen und Anordnungsbeziehungen.

Damit ein Projekt beginnen kann, müssen Sie zuerst einmal Annahmen treffen. Wie wir bereits festgestellt haben, hat man keine komplette Sicherheit bei der Projektplanung, da es sehr viele externe Faktoren gibt, die man nicht kontrollieren und vorhersehen kann. Sie können aber den Projektstart nicht einfach so lange hinauszögern, bis Sie alle nötigen Informationen und Gewissheit haben – denn dieser Zustand wird nie eintreffen. Hier kommen die Projektannahmen ins Spiel.

So können Sie Annahmen effektiver steuern

1. Definieren
Sie werden sehr schnell feststellen, dass Sie während eines Projektlebenszyklus sehr viele Annahmen treffen werden. Hier sind Annahmen, die Sie auf jeden Fall treffen müssen:

  • Personalverfügbarkeit: Alle Projektteammitglieder sind verfügbar und haben die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse um am Projekt zu arbeiten.
  • Budgetverfügbarkeit: Das festgelegte Budget wurde genau berechnet und deckt alle Projektausgaben ab.
  • Korrekte Zeitplanung: Die gesetzten Termine und Meilensteine sind erreichbar und das Projekt kann pünktlich nach Zeitplan fertiggestellt werden.
  • Leistung von Auftragnehmern, Lieferanten und Hersteller: Alle benötigten Maschinen, Anlagen und Werkzeuge sind zu jeder Zeit verfügbar.
  • Unterstützung von der oberen Führungsebene: Sie haben die Unterstützung und den Rückhalt von der oberen Führungsebene und vom Projektsponsor, die Ihnen Rückendeckung geben, falls das Projekt auf Probleme stößt.

2. Bewerten

Machen Sie eine Liste mit allen Annahmen und priorisieren Sie diese. Welche Annahmen werden mit fast 100% Sicherheit auftreten, und welche sind weniger gewiss? Das gesamte Projektteam sollte bei diesem Schritt involviert sein, denn sie sind diejenigen, die aktiv am Projekt arbeiten und die ihre gesammelten Erfahrungen einbringen können. Dies ermöglicht es Ihnen genauere Annahmen zu treffen. Hier sind die zwei Faktoren, nach denen Sie Annahmen bewerten können:

3. Dokumentieren

Halten Sie die wichtigsten Annahmen (siehe Punkt 1) in der Projektleitdokumentation fest, zusätzlich zu den Abhängigkeiten und den Randbedingungen. So behalten Sie den Überblick über alle Aspekte, die Ihr Projekt einschränken können, und es hilft Ihnen auch dabei alle Möglichkeiten zu identifizieren, die es Ihnen ermöglichen das Projekt pünktlich und innerhalb des Budgetrahmens fertigzustellen.

4. Beobachten

Die Dokumentation von Annahmen ermöglicht es Ihnen auch diese besser zu beobachten und zu kontrollieren. Annahmen sind häufig wahr, aber das heißt nicht, dass Sie sich im Laufe des Projektes als falsch herausstellen. Schließlich sind Annahmen keine Fakten. Deshalb müssen Sie sie kontinuierlich verfolgen und beobachten. Ab einem gewissen Punkt im Projektlebenszyklus können Sie mit Sicherheit sagen, ob eine Annahme wahr oder falsch ist. Tipp: Die Regelmäßige Beobachtung von Annahmen sollte auch im Projektplan festgehalten werden, legen Sie zum Beispiel bestimmte Termine fest, an denen getestet wird ob eine Annahme wahr oder falsch ist.

5. Überprüfen

Da Annahmen auf Erfahrungswerten basieren, ist es sehr wichtig, dass Sie sie bei Projektabschluss erneut überprüfen. Welche Annahmen haben sich als wahr herausgestellt und hatten die größte Auswirkung auf das Projekt? Welche waren falsch und mussten verworfen werden? Indem Sie diese Fragen beantworten, können Sie genauere Annahmen für zukünftige Projekte treffen.

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Projektmanagement: Anordnungsbeziehungen, Randbedingungen und Annahmen (Teil 2)

März 6, 2017

Im letzten Beitrag haben wir die verschiedenen Anordnungsbeziehungsarten näher beleuchtet, in diesem Teil geht es um Randbedingungen, also Faktoren die ein Projekt einschränken – deshalb werden Randbedingungen auch häufig Einschränkungen genannt. Zur Erinnerung: Anordnungsbeziehungen bestimmen die Reihenfolge in denen Aufgaben und Vorgänge erledigt werden müssen. Randbedingungen schränken hingegen das Projekt ein, z.B. durch die Knappheit […]

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Projektmanagement: Anordnungsbeziehungen, Randbedingungen und Annahmen (Teil 1)

Januar 17, 2017

Projekte zu planen ist nicht einfach. Der Projektalltag ist häufig stressig und Projektmanager sind häufig so überlastet und müssen so viele Aufgaben gleichzeitig erledigen, und die Projektvorbereitung dadurch oft vernachlässigt wird. Dabei ist es besonders wichtig, dass schon beim Projektstart alle Anordnungsbeziehungen, Randbedingungen und Annahmen im Projektplan bzw. Projektauftrag festgehalten werden. Projektmanager müssen diese drei […]

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Neu auf dem Projektmanagement-Softwaremarkt: InLoox 9

April 6, 2016

Das Münchner Softwarehaus InLoox hat vor kurzem die neueste Produktgeneration seiner PM-Softwarelösungen vorgestellt. Bislang waren die Münchner in Fachkreisen vor allem für ihre Outlook-integrierte Projektsoftware bekannt. Jetzt wagen sie den Rundumschlag und bringen sowohl eine neue Version von InLoox für Outlook als auch eine runderneuerte Version ihrer Online-Projektsoftware InLoox Web App heraus. Der Clou: Beide […]

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Retrospektiven

Juni 16, 2015

„Hinterher weiß man immer mehr“ – das gilt auch für Projekte. Und obwohl ein Projekt als neuartiges Vorhaben definiert ist, kann der Erfahrungsschatz aus vorangegangenen, ähnlichen Projekten genutzt werden, um zukünftige Projekte besser zu planen und zu steuern. Im agilen Projektmanagement wendet man dazu Retrospektiven an. Wie in den zwölf Prinzipien des Agilen Manifests verankert, „reflektiert das […]

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Burnout und Projektmanagement – Die Studienergebnisse

April 17, 2015

Im Dezember hatten wir zur Teilnahme an der Work-Life-Balance-Umfrage des Softwareherstellers InLoox aufgerufen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Die Kombination der Themen Projektmanagement und Burnout ist leider alles andere als abwegig: Gerade Projektmanager sind in ihrem Berufsalltag vielen Risikofaktoren für einen Burnout ausgesetzt: Mehrere Projekte, die parallel zu stemmen sind, enge Terminvorgaben, knappe Ressourcen, ungeduldige Kunden. […]

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Agile Projektmanagement-Methoden für Alle: Teil 2: Burndown-Chart

Januar 30, 2015

Agile Methoden können auch im klassischen Projektmanagement-Umfeld eingesetzt werden. Ein gutes Beispiel dafür, ist das Aufgabenmanagement mit Kanban, das wir im letzten Beitrag vorgestellt haben. Doch auch agile Methoden bedürfen eines sinnvollen Controllings. Jeder Projektleiter möchte schließlich wissen, ob die gesteckten Ziele im Zeit- und Kostenrahmen erreicht werden. Das Burndown-Chart visualisiert die noch zu erledigende […]

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Agile Projektmanagement-Methoden für Alle: Teil 1: Kanban

Januar 16, 2015

Viele Projektmanager würden gerne agile Methoden in ihren Teams einsetzen. Doch eine komplette Umstellung auf Projektmanagement nach agilen Prinzipien ist vielen zu riskant bzw. wird von der Unternehmensführung auch oft nicht mitgetragen. Doch keine Sorge, man kann auch agile Ansätze in ein Projektmanagement klassischer Prägung integrieren. Kanban Eine populäre Methode, um das Aufgabenmanagement agiler zu […]

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