Projektmanager und der liebe Stress: Umfrage

von Sabine am 4. Dezember 2014

Seit einiger Zeit wächst ein öffentliches Bewusstsein für die die Themen Burnout, Stressmanagement und Work-Life-Balance. Der Softwarehersteller InLoox will nun mit einer neuen Studie herausfinden, wie es um den Ausgleich im Arbeitsalltag bestellt ist und was die größten „Ausbrenner“ für Berufstätige sind.

Seit verschiedene Krankenkassen dramatische Zahlen zum volkswirtschaftlichen Schaden durch stressbedingte Erkrankungen veröffentlicht haben, beschäftigen sich nicht nur Ärzte und Psychologen mit dem Thema, sondern zunehmend auch Volks- und Betriebswirtschaftler.

Der DAK Gesundheitsreport 2014 nennt psychische Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen im ersten Halbjahr 2014. Seelische Erkrankungen ziehen außerdem die mit Abstand längsten Ausfallzeiten nach sich. Laut Gesundheitsbericht des Bundes machten sie 2012 im Durchschnitt rund sechs Wochen pro Fall aus. Bei keiner anderen Diagnose ist der volkswirtschaftlichen Schaden aufgrund von Produktivitätsausfällen ähnlich hoch. Die Beratungsfirma Booz & Co. bezifferte ihn 2009 mit rund 225 Milliarden Euro.

Projektmanager häufig stressgeplagt

Projektmanager können meist ein Lied davon singen: Projektarbeit kann purer Stress sein. Das wird wohl jeder unterschreiben, der schon einmal an einem Projekt gearbeitet hat. Doch das muss nicht unbedingt negativ sein: Stress kann ungeahnte Kräfte freisetzen, Teams zusammenschweißen und die geistige Leistungsfähigkeit ankurbeln. In Befragungen geben Projektmanager häufig an, dass sie gerade die immer wieder neuen Herausforderungen an ihrem Beruf lieben. Viele Projektbeteiligte brennen für ihren Job, doch längst nicht alle von ihnen sind ausgebrannt.

Problematisch wird es erst, wenn kein Ende in Sicht ist, wenn Projektmitarbeiter übergangslos von einem kräftezehrenden Projekt zum nächsten gehen. Vor allem die Kombination aus hohem Arbeitsdruck mit fehlendem Handlungsspielraum wirkt sich negativ aus.

Eine Frage der Balance

Ob Stress also gesundheitsgefährdend wirkt, ist zum einen eine Frage der subjektiven Wahrnehmung, zum anderen eine Frage der Balance. Solange Teammitglieder die Chance haben, ihrem Bedürfnis nach Entspannung und mentalem und körperlichem Ausgleich nachzukommen, ist Stress im Projekt relativ unproblematisch. Werden aber persönliche Bedürfnisse systematisch ignoriert oder umgedeutet, bahnt sich ein Burnout-Problem an. Plötzlich ist ein Mittagessen mit Kollegen pure Zeitverschwendung und ein freies Wochenende ein Vergnügen für Leute, die die falschen Prioritäten haben.

In den 12 Stadien von Burnout nach Freudenberger und North (1992) folgen im nächsten Stadium beobachtbare Verhaltensänderungen bis hin zum Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit. Nicht selten kommen in dieser Phase Alkohol oder Medikamente ins Spiel, um die Situation erträglicher zu machen. Am Ende der Burnout-Spirale funktionieren die Betroffenen nur noch wie eine Maschine, begleitet von der ständigen Angst vor dem Zusammenbruch. Bei einer weiteren Verschlimmerung mündet dieser Zustand in völlige Erschöpfung, die meist mit einer schweren Depression einhergeht.

Im anspruchsvollen Projektalltag hängt also viel von der Work-Life-Balance ab, wenn es um die langfristige Gesundheit und das Wohlbefinden der Teammitglieder geht.

Zur Umfrage

Um herauszufinden, wie um den Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit steht und was die größten „Ausbrenner“ im Arbeitsalltag sind, hat der Softwarehersteller InLoox seine Work-Life-Balance-Umfrage ins Leben gerufen. Mitmachen kann prinzipiell jeder – egal, ob in Projekten engagiert oder nicht. Wer möchte, kann sich auch an der Verlosung beteiligen und folgenden Preise gewinnen:

  • den E-Book-Reader tolino shine im Wert von 99,- Euro
  • einen MyDays-Gutschein für After-Work-Relaxing im Wert von 59,- Euro
  • einen buecher.de-Gutschein im Wert von 40,- Euro

Hier geht es zum Fragebogen: http://vibrio.polldaddy.com/s/umfrage-zur-work-life-balance

 

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Beyond Project Management

von Sabine am 12. November 2014

Wenn es im Bereich Projektmanagement in diesem Jahr einen Trend gibt, dann lautet er „Beyond Project Management“. Es ist zugleich das Motto des diesjährigen PM Camps in Dornbirn. Aus diesem Anlass hat Marcus Raitner auch im September zu einer Blogparade zum Thema aufgerufen.

„Beyond Project Management“ – heißt auf Deutsch in etwa „Jenseits von Projektmanagement“ oder „Über Projektmanagement hinaus“ – doch was bedeutet das eigentlich? Und ist das Thema Projektmanagement schon so weit bearbeitet, dass man es als erledigt abhaken und darüber hinaus denken kann?

Ist Projektmanagement am Ende?

Seit einiger Zeit scheint es in Mode zu kommen, das Ende des Projektmanagements auszurufen. Als Anlass für solche Unkenrufe werden gerne katastrophal geplante und gemanagte Projekte wie das des Berliner Hauptstadtflughafens genommen. So wird der Eindruck vermittelt, dass das Projektmanagement als Solches versagt hat. Doch neben missglückten Projekten gibt es auch etliche, die die Wertschöpfung in Organisationen entscheidend vorantreiben. Autos werden ja auch nicht verboten, bloß weil es ein paar schlechte Autofahrer gibt.

Umstrukturierungen, Innovationen und komplexe Vorhaben wird es immer geben, und damit auch Projekte im Sinne von neuartigen und komplexen Aufgabenstellungen. Und diese wird man auch in Zukunft nicht „nebenbei“ im Rahmen des Tagesgeschäfts abwickeln können. Man kann diese Herausforderungen umverpacken und neu etikettieren, aber im Kern wird es weiterhin darum gehen, wie man komplexe und neuartige Vorhaben in einem definierten Zeitfenster möglichst effizient zum Erfolg führt – ob man das nun Projektmanagement nennt oder einen anderen Begriff dafür erfindet.

Hat der Projektmanagement-Werkzeugkasten ausgedient?

Durch allerlei Weiterbildungen und Zertifizierungen wird der Eindruck vermittelt, dass es ein Schema F für „gutes“ und „richtiges“ Projektmanagement gibt. In genau dieselbe Kerbe schlagen die vermeintlichen Grabenkämpfe zwischen agilen und klassischen Projektmanagern, um die Frage, welche Methodik denn nun die bessere sei. Doch Projektmanagement funktioniert nicht wie ein Kochrezept, das man einfach Schritt für Schritt befolgen muss, um dann ein schmackhaftes Gericht zu erhalten.

Wir alle wären nicht hier, wenn es so einfach wäre. Dennoch sollte ein Projektmanager die relevanten Tools und Methoden kennen und anwenden können und das geht nicht ohne eine fundierte Aus- und Weiterbildung. Ausgestattet mit diesem theoretischen Wissen und der entsprechenden praktischen Erfahrung können Projektmanager dann situativ entscheiden, welche Methoden und Maßnahmen das jeweilige Projekt erfordert. Der Werkzeugkasten muss also für jedes Projekt neu gepackt und von einem Profi sachkundig angewendet werden.

Der Faktor Mensch

Viele Projekte gehen von einem technokratischen Menschenbild aus. Da wird geplant und kontrolliert, überprüft und angepasst, es werden Ressourcen verwaltet und Budgets allokiert. Doch Menschen sind keine Ressourcen und sie verhalten sich auch nicht so. Mitarbeiter verweigern die Gefolgschaft, weil sie Entscheidungen der Führung für falsch erachten, Informationen werden nicht weitergegeben, weil Teammitglieder nicht „miteinander können“ oder Jeder wurschtelt vor sich hin, weil man nicht versteht, was die eigene Arbeit mit dem großen Ganzen zu tun hat.

Motivation, Wertschätzung, Zusammenarbeit und Vertrauen sind im Projektmanagement keine Worthülsen – ohne diese (gelebten) Werte können Projekte nicht zum Erfolg werden. An dieser Stelle müssen Projektmanager über sich hinauswachsen und es geht „Beyond Project Management“, denn der Faktor Mensch spielt überall eine entscheidende Rolle, wo Menschen zusammen arbeiten.

Projekt-Organisation

Das Gelingen von Projekten geht auch über das Projektmanagement hinaus, weil die Rahmenbedingungen und das Umfeld den Projekterfolg entscheidend beeinflussen. Im Regelfall werden Projekte nach wie vor innerhalb der klassischen Linienorganisationen umgesetzt. Diese behindern oftmals die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit von Spezialisten und stiften Verwirrung bei der Verantwortungszuordnung. Die Doppelbelastung von Teammitgliedern durch Projekt- und Abteilungsaufgaben erschwert dabei noch zusätzlich die Projektarbeit.

Hinzu kommt, dass die Position des Projektmanagers oft eher ein Abstellgleis als die wichtige erste Stufe auf der Karriereleiter darstellt. Projektmanager brauchen also ein attraktives eigenes Karrieresystem außerhalb der Linie mit entsprechender Vergütung. Zwischen der Karriere in der Abteilung und der im Projekt muss es auch eine gewisse Durchlässigkeit geben, denn erfolgreiche Projektmanager empfehlen sich für Führungsaufgaben jeder Art.

Es ist also auch für Unternehmen nicht mehr ausreichend, Projekte ins Leben zu rufen, die von einem Team geplant und gesteuert werden – auch hier muss man über das reine Projektmanagement hinausdenken. Gelingen wird das vor allem Projektorganisationen mit einem gewissen Reifegrad, die Rahmenbedingungen schaffen, unter denen Projekte gelingen können und unter denen Menschen gerne und erfolgreich an Projekten arbeiten.

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Ohne die Unterstützung durch professionelle Projektmanagement-Software ist Projektarbeit heutzutage kaum noch vorstellbar. Kein Wunder also, dass sich durch die hohe Nachfrage eine Vielzahl an PM-Softwareanbietern am Markt etabliert hat.

Doch wie und warum entscheiden sich Unternehmen für eine bestimmte Projektmanagement-Software? Um diesen Fragen nachzugehen, hat ein Forscherteam am Institut für Marktorientierte Unternehmensführung an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität in Kooperation mit dem Softwarehersteller InLoox eine Studie ins Leben gerufen.

Alle Projektmanager, Teammitglieder und Führungskräfte sind herzlich eingeladen, an der Befragung teilzunehmen.

Die Beantwortung des Fragebogens nimmt ca. 8 bis 10 Minuten in Anspruch. Alle Angaben werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Die Analyse der Antworten erfolgt nur in aggregierter Form, ein Rückschluss auf einzelne Personen ist nicht möglich und auch nicht im Interesse der Untersuchung.

Als Dankeschön für die Beantwortung der Fragen wird unter den Teilnehmern, die den Fragebogen vollständig ausgefüllt haben, ein Jahresabo für das Projekt Magazin verlost. Außerdem können sie bei Interesse eine Zusammenfassung der Ergebnisse erhalten.

Hier geht es zum Fragebogen.

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